Gebrauchshund – IGP / Internationale Gebrauchshundeprüfung
Der Gebrauchshund ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen im Hundesport. Der Sport orientiert sich stark am natürlichen Triebverhalten und der ursprünglichen Veranlagung des Hundes. Die Internationale Gebrauchshundeprüfung (IGP) prüft die Fähigkeiten von Hund und Hundeführer in drei anspruchsvollen Disziplinen: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst.
Die Prüfungsordnung des VDH legt dabei den genauen Ablauf, die Anforderungen und das Mindestalter entsprechend der Schwierigkeitsstufe fest.
Fährtenarbeit
Bei der Fährtenarbeit geht es darum, dass der Hund eine von einer Person gelegte Fährte sucht und verlorene Gegenstände zuverlässig findet und dem Hundeführer anzeigt. Dabei werden Leistungsfähigkeit des Geruchssinns und Konzentrationsfähigkeit bewertet. Diese Disziplin fordert die natürliche Spürnase des Hundes und schult gleichzeitig Ausdauer und Aufmerksamkeit.
Unterordnung
Die Unterordnung stellt Teamgeist und Gehorsam in den Vordergrund. Der Hund muss auf die Hörzeichen des Hundeführers reagieren und Übungen schnell, exakt und mit Freude ausführen. Abhängig von der Prüfungsstufe werden u. a. folgende Übungen verlangt:
- Freifolge
- Sitz, Platz, Steh
- Apportieren auf ebener Erde, über 1 m Hürde und 1,80 m hohe Schrägwand
- Voraussenden und Ablegen unter Ablenkung
Auch die Schussfestigkeit wird bei der IGP überprüft, um sicherzustellen, dass der Hund in Stresssituationen ruhig bleibt.
Schutzdienst – die Königsdisziplin
Der Schutzdienst ist die anspruchsvollste Disziplin der IGP. Nur Hunde, die während des gesamten Schutzdienstes unter voller Kontrolle des Hundeführers stehen, können diese Anforderungen erfüllen. Bewertet werden:
- Triebverhalten
- Selbstsicherheit und Belastbarkeit
- Gehorsam und Selbstbeherrschung
Ein sportlich aktiver und sicher geführter Gebrauchshund zeigt sich dabei gegenüber Mensch und Umwelt gutartig, friedlich und ausgeglichen – entgegen vieler Vorurteile in der Öffentlichkeit.
Voraussetzungen für die Gebrauchshundeprüfung
- Bestandene Begleithundeprüfung
- Vorgegebenes Mindestalter der jeweiligen Prüfungsstufe
- Nicht jeder Hund ist für die Gebrauchshundeausbildung geeignet; es gibt alternative Hundesportarten für andere Rassen und Temperamente.
Vorteile der Ausbildung zum Gebrauchshund
- Stärkung der Bindung zwischen Hund und Hundeführer
- Verbesserung von Konzentration, Gehorsam und Alltagssicherheit
- Förderung von Selbstbewusstsein, Belastbarkeit und Triebkontrolle
- Teilnahme an offiziellen Prüfungen mit anerkannten Standards
Tipps für Halter
- Regelmäßiges, strukturiertes Training festigt die Übungen aus dem Vereinsunterricht.
- Kurze, tägliche Einheiten sind effektiver als lange, unregelmäßige Übungseinheiten.
- Positive Verstärkung motiviert den Hund und stärkt die Bindung.
- Dokumentieren Sie Fortschritte und Herausforderungen, um das Training gezielt anzupassen.
- Bei Unsicherheiten immer den Trainer konsultieren – Sicherheit steht an erster Stelle.
Häufige Fragen zum Gebrauchshund
Ab welchem Alter kann mein Hund starten?
Hunde benötigen für die IGP die bestandene Begleithundeprüfung und das vorgegebene Mindestalter der jeweiligen Prüfungsstufe.
Brauche ich Vorkenntnisse?
Ja, der Hund sollte die Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen haben (Begleithundeprüfung), damit er für IGP vorbereitet ist.
Ist die IGP für alle Hunderassen geeignet?
Nicht jeder Hund ist für die Gebrauchshundeausbildung geeignet; alternativ gibt es andere Hundesportarten.
Was trainiere ich mit meinem Hund im Gebrauchshundesport?
Fährtenarbeit, Unterordnung, Schutzdienst, Gehorsam, Triebkontrolle, Belastbarkeit und Aufmerksamkeit.
Wie kann ich die Motivation meines Hundes erhalten?
Kurze, abwechslungsreiche Trainingseinheiten, spielerische Übungen und positive Verstärkung halten die Motivation hoch.
Weitere Informationen
Mehr über die IGP und den Gebrauchshundesport finden Sie auf der offiziellen Seite des VDH Gebrauchshundesports